Ver­band

Wir stellen uns vor

Die BASSG ist ein Dachverband von Solidargemeinschaften im Gesundheitswesen und sitzt in Bremen. Derzeit gehören vier Solidargemeinschaften der BASSG an: Die Samarita Solidargemeinschaft, die SpUka Münster, der SUV Vechta und die Uka Bielefeld. Insgesamt vertreten wir die Interessen von über 7.000 Menschen.

Die BASSG setzt sich für die politische und rechtliche Anerkennung dieser alternativen Absicherung im Krankheitsfall ein. Darüber hinaus sucht der Dachverband den Dialog mit der Gesellschaft und informiert in Seminaren und Workshops hauptsächlich über Themen aus Medizin und Gesundheit. Wir möchten die Ideen und Ziele einer „solidarischen Gemeinschaft“ verbreiten.

Aufbau der BASSG

Die BASSG – Bundesarbeitsgemeinschaft von Selbsthilfeeinrichtungen - Solidargemeinschaften im Gesundheitswesen e.V. – wurde 2007 gegründet.

Der Dachverband und seine Mitglieder setzen sich für die gesellschaftliche Verbreitung einer gelebten Solidarität ein. Wir möchten ein neues Bewusstsein im Gesundheitswesen schaffen. Im Mittelpunkt sollen Gesundheit und Zuwendung stehen und nicht kommerzielle Interessen. Das beinhaltet einen sensiblen Umgang eines jeden mit der eigenen Gesundheit sowie eine bedarfsgerechte und effiziente Nutzung von Gesundheitsleistungen.

Wer wir sind

Der Vorstand

Die BASSG besteht aus dem Vorstand, dem Gesamtvorstand und der Mitgliederversammlung.

Den Vorstand bilden vier Personen, die jeweils einer der vier Mitgliedsorganisationen angehören. Es sind dies:

Der Gesamtvorstand besteht aus dem Vorstand und bis zu weiteren fünf weiteren Person. Der Gesamtvorstand schlägt der Mitgliederversammlung den Vorstand zur Wahl vor.

Urban Vogel
Kay-Jürgen Schröder
Peter Schneider
Mathias Janßen

Die Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung wird aus Vertretern aller Mitgliedsgemeinschaften gebildet. Sie ist grundsätzlich für alle Aufgaben zuständig.

Kommissionen

Für spezielle wissenschaftliche und praktische Fragestellungen werden zusätzlich Kommissionen gebildet, die bei Bedarf Experten anderer Fachgesellschaften und Fachverbände hinzuziehen können.

Gemeinschaft als Antrieb

Begegnung und konstruktiver Austausch sind für eine funktionierende Gemeinschaft grundlegend. Darum finden regelmäßig Konferenzen der BASSG statt, um Themen zu erörtern, Anliegen zu klären und Beschlüsse zu fassen. Alle Mitgliedseinrichtungen haben die Möglichkeit, einen Vertreter auf die Konferenzen zu entsenden und so aktiv an der Arbeit der BASSG teilzunehmen.

Unter anderem werden in den Konferenzen gemeinschaftsinterne Themen behandelt, wie zum Beispiel:

  • Leitsätze im Umgang mit Ärzten, Therapeuten und Krankenhäusern (beispielsweise Abrechnungsgrundlagen)
  • Entwicklung von Qualitätsmerkmalen und Beurteilungskriterien für eine nachhaltige Leistungsfähigkeit
  • der politischen Einflussnahme für unsere gesundheitspolitischen und rechtlichen Positionen

Qualitätssicherung

Die Basis der Qualitätssicherung bildet ein umfassendes Konzept: Es definiert die Leitlinien, die Arbeitsgrundlagen und das Aufnahme- und Prüfverfahren für alle Mitgliedsorganisationen. Auf dieser Grundlage entwickelte die BASSG ein Gütesiegel zur Qualitätswahrung innerhalb der Solidargemeinschaften, die Mitglied in ihr sind. Zur Überprüfung der Qualität müssen die in der BASSG organisierten Solidargemeinschaften regelmäßig einen mehrstufigen Prüfungsprozess durchlaufen. Dabei kontrolliert der Verband seine Einrichtungen vor allem im Hinblick auf folgende Kriterien: Ist die Finanzierung dauerhaft gesichert, besteht eine funktionierende Organisationsstruktur und werden die ethischen Zielsetzungen eingehalten. Im Fokus stehen dabei die Leistungsfähigkeit der einzelnen Einrichtungen und ihr gesamtgesellschaftlicher Nutzen. So wird sichergestellt, dass die Mitglieder in professionell arbeitenden Solidargemeinschaften abgesichert sind und dass sie im Krankheitsfall eine ausreichende und umfassende medizinische Versorgung erhalten. Außerdem wird ein intensiver Austausch mit Ärzten, Therapeuten und Krankenhäusern ermöglicht, wodurch das Leistungsniveau der Mitgliedsorganisationen auf stetig hohem Niveau gehalten wird.

Risikovorsorge

Die Solidargemeinschaften in der BASSG sichern sich gegenseitig für größere Risiken ab. Für jedes Mitglied in unseren Solidargemeinschaften werden alle Krankheitskosten pro Person über € 5000,- über eine private Krankenversicherung abgesichert. Diese Rückabsicherung ist gerade für kleinere Solidargemeinschaften elementar, weil so auch sehr hohe Krankheitskosten die finanzielle Stabilität nicht gefährden können. Für die BASSG gehört diese Form der Risikovorsorge zu einem professionellen Management einer Solidargemeinschaft.

Interessenvertretung

Die Solidargemeinschaften kämpfen immer noch um ihre Anerkennung bei Behörden. So kann beispielsweise ein Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse bisher nicht problemlos in eine Solidargemeinschaft seiner Wahl wechseln. Zudem verweigern manche Finanzämter die steuerliche Anerkennung der Mitgliedsbeiträge. Diskriminierungen solcher Art tritt die BASSG entgegen und vertritt die Interessen der Solidargemeinschaften.

Die Idee und das Modell der Solidargemeinschaften sind in der Gesellschaft noch nicht bekannt genug. Deshalb führt die BASSG den Dialog mit allen Akteuren im Gesundheitswesen, in der Politik, der Wirtschaft und der Presse. Wir wollen den Medizinbetrieb menschlicher und solidarischer machen.

Als Dachverband von Solidargemeinschaften im Gesundheitswesen setzt sich die BASSG für die Anerkennung der alternativen Absicherung im Krankheitsfall durch Solidargemeinschaften ein.

Weiterbildung

Die BASSG bietet seinen Mitgliedsvereinen bei Bedarf verschiedene Fortbildungen und lädt zu Seminaren und Workshops ein. Inhaltlich drehen sich die Veranstaltungen um Themen aus den Bereichen Medizin, Verwaltungstechnik bis hin zur Politik.

Zur Qualitätssicherung gehört es auch, die Solidargemeinschaften auf diesem Weg mit Rat und Tat zu unterstützen.

Partnerschaftlich stark

In vielen Lebensbereichen gibt es Genossenschaften und andere Formen nicht-konventionellen Wirtschaftens.

Die BASSG tauscht sich mit diesen Partnern aus und arbeitet daran, den Gedanken der Solidarität in der Öffentlichkeit zu verbreiten und eine nachhaltige und positive Veränderung im Gesundheitssystem zu erreichen.

Die Position der Gesetzgebung

Neben den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen hat der Gesetzgeber ausdrücklich die “anderweitige Absicherung im Krankheitsfall” gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V zugelassen. Die Solidargemeinschaften fallen unter diese dritte Kategorie. Damit entfällt für Mitglieder einer Solidargemeinschaft die Versicherungspflicht. Unter diese dritte Kategorie fallen auch beispielsweise Leistungen ausländischer Versicherungen oder kirchliche Solidargemeinschaften. Sie begründen “vergleichbare Ansprüche” gemäß § 193 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 VVG.

Die Solidargemeinschaften, die in der BASSG zusammengeschlossen sind, sind traditionell keine Versicherungen, da sie solidarisch und ohne Gewinnabsichten das Krankheitsrisiko tragen – dies teilweise seit 1970. Uns wurde bereits im Gesetzgebungsverfahren zur Gesundheitsreform 2007 zugesichert, auch zukünftig unsere Arbeit als anderweitige Absicherung fortsetzen zu können.

Mitglieder in einer Solidargemeinschaft, wie sie in der BASSG zusammengeschlossen sind, haben einen Rechtsanspruch auf eine umfassende Krankenversorgung. Dieser ist in den Satzungen verankert. „Die Mitglieder sichern sich gegenseitig rechtlich verbindlich eine umfassende flexible Krankenversorgung zu, die in Quantität und Qualität mindestens dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht.“ Die in der BASSG zusammengeschlossenen Solidargemeinschaften werden durch ihre jeweiligen Mitgliederversammlungen kontrolliert. Zudem sind sie als Einrichtungen durch ein Zertifizierungsverfahren der BASSG gelaufen. Ferner existiert ein gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband aufgestellter Kriterienkatalog für die Anerkennung von Solidargemeinschaften als anderweitige Absicherung. Dieser ist zwar nicht rechtlich verbindlich, dennoch erfüllen alle in der BASSG zusammengeschlossenen Solidargemeinschaften diese Kriterien freiwillig.